Sudokus zum Drucken

 
Australien aktuell - Home
 
Daten und Fakten
Geschichte
Flora & Fauna
Wirtschaft
Kultur
Wetter
Klima in Australien
Wetter in Sydney
Die besten Reisezeiten

Sport
Sport in Australien
Adressen zu Sportanbietern

Essen & Trinken
Typische australische Küche

Feste
Offizielle Feiertage
Lokale Feste

Städte
Perth
Brisbane
Sydney
Adelaide
Hobart
Darwin
Canberra
Städte von A bis Z

Bundesstaaten
Western Australia
Queensland
New South Wales
Victoria
South Australia
Tasmanien
Nothern Territory

Reiseberichte
Reiseberichte
Sydney
Sydney Stadtbummel
Sygneys Geheimtip: der Stadtteil Woollahra
Sydney - Australiens Wahrzeichen im Wandel
Das Umland von Sydney
Reiseberichte Northern Territory
Reiseberichte Queensland
Reiseführer
Australien - Osten und Zentrum
Lonely Planet Reiseführer Australien
Australien mit Outback
ADAC Reiseführer Australien

Wichtige Adressen
Diplomatische Vertretungen
Australische Tageszeitungen
Bahnen und Busse
Inlandsflüge
Blogs & Podcasts

Praktische Tipps
Anreise
Autos
Gesundheit
Mietwagen
Telefon und Handy
Zeit
Zoll

Günstige Flüge
Emirates - günstige Flüge nach Australien

Reisen & Veranstaltungen
Ballonfahrten
Individuelle Sprachreisen

Partner
Impressum
Kontaktforumlar
Sitemap

Sydney – ein Stadtbummel

  
„No worries,“ sagt der Mann an der Fähre freundlich, als ein Passagier in letzter Sekunde auf den Fähranleger sprintet und rückt nochmal den schmalen Steg zurecht, der vom Anleger zum Boot reicht. „No worries“ oder „kein Problem“ meint auch der Zeitungsverkäufer, als mir fünf Cent auf den vollen Preis des Sydney Morning Heralds fehlen. Und lacht ebenfalls.

Es ist angenehm warm, bestimmt über 20 Grad und das im Winter. Das Wasser glitzert im Sonnenschein, Geschäfte verkaufen schon jetzt bunte Sonnenhüte und Sonnencreme. Vielleicht ist das fast permanent schöne Wetter einer der Gründe für die positive Haltung der Australier...

Denn Aussies nehmen das Leben leichter. Ihr Lebensmotto ist fröhlicher und gelassener als das so vieler Europäer. Ein ausgewogenes Verhältnis von Arbeit und Freizeit ist auf dem fünften Kontinent essentiell. Selbst in der Millionenmetropole Sydney gehen die Uhren langsamer - ein Bier nach der Arbeit, eine schnelle Latte (Milchkaffee) im Sonnenschein oder ein Lunch am Wasser gehören zum Lebensgefühl dazu.

Ein buntes Gemisch an Hautfarben, japanischen Sushibars und europäischen Coffeeshops – ein buntes Gemisch an Kulturen und Menschen, das ist es, was den Flair Sydneys ausmacht. Sydney, für viele die heimliche Hauptstadt Australiens, hat sich mit ihren heute vier Millionen Einwohnern zu einer der bedeutenden internationalen Großstädte gemausert. Von der Strafkolonie des britischen Imperiums zu einem der wirtschaftlichen und finanziellen Zentren des asiatisch-pazifischen Raumes.

Die Gegensätze könnten nicht größer sein: von düsteren Industrievororten im Westen zu blühenden viktorianischen Vierteln am unübertroffenen Hafen der Stadt. Von suspekten Rotlichtgegenden zu fröhlichen Strandvororten nur 20 Minuten von der Innenstadt entfernt...

Die einfachste und schönste Weise Sydney zu erkunden, sind für mich die nostalgisch anmutenden Fähren, die am Circular Quay zwischen Opernhaus und Harbour Bridge abfahren. Majestätisch gleiten sie zwischen den Ikonen Sydneys hindurch und bringen mich zum hippen Badevorort Manly, zum weltberühmten Taronga Zoo, zu der schroffen Klippenlandschaft der Watson Bay oder den schicken Vororten Rose Bay und Mosman.

Die Innenstadt selbst kann jedoch trotz der Größe der Stadt gemütlich zu Fuß erkundet werden. Einer meiner Streifzüge führt mich durch das alte historische Viertel. The Rocks sind die erste städtische Ansiedlung Australiens und damit der Ursprung der Kolonisierung. Heute sind in den einstigen von Sträflingen erbauten Lager- und Verwaltungshäusern über 70 Restaurants, Kneipen und Cafes.

 
Von den Rocks aus geniesse ich dann einen herrlichen Blick auf die Oper Sydney’s - eines der berühmtesten und meist fotographiertesten Bauwerke der Neuzeit.
Ihr Architekt Jørn Utzon hat 2003 den wichtigsten Architekturpreis, den Pritzker Preis, dafür gewonnen. Doch seine Ideen kamen nicht von Anfang an gut an. Kritiker hatten den Bau einst als „Gruppe französischer Nonnen beim Fußballspiel“ bezeichnet und Utzon selbst war bei der offiziellen Eröffnung vor etwas mehr als 30 Jahren gar nicht mehr dabei. Er hatte schon einige Zeit vor Vollendung der Oper - hauptsächlich wegen finanzieller Streitigkeiten - das Handtuch geworfen und Australien den Rücken zugekehrt…

Ich folge den verwinkelten Gassen der Rocks in Richtung Harbour Bridge und werde durch überraschende Einblicke in das mächtige Stahlkoloss der Brücke belohnt. Die Harbour Bridge ist eines der gigantischsten Bauwerke der Neuzeit. Sie ist die größte (wenn auch nicht die längste) Stahlbogen-Brücke der Erde. 70 Jahre alt, doch „kein bißchen müde“, denn die Brücke wird heute mehr denn je beansprucht. Ursprünglich war sie für 6000 Pkws pro Stunde gebaut, heute sind es zu Spitzenzeiten oft mehr als 15000.
Täglich wird an der Instandhaltung der Harbour Bridge gearbeitet. Hauptarbeit ist dabei das Streichen der Brücke – die Arbeiter hängen dabei oft in schwindelnder Höhe. Ein Gesamtanstrich dauert zehn Jahre. Danach geht’s wieder von vorne los. Die Fläche, die gestrichen werden muss, entspricht umgerechnet 60 Sportplätzen. Für einen Anstrich braucht man 80000 Liter Farbe. Ein teurer Spass, der zusammen mit den anderen Kosten zum Erhalt der Brücke, fünf Millionen australische Dollar kostet. Ein Grund, warum das Überqueren der Brücke in Richtung Innenstadt 3 $ pro Auto kostet.

Und ganz nebenbei arbeitet die Brücke übrigens auch noch als Besuchermagnet: es gibt ein Museum, einen Aussichtpunkt und den berühmten, dreistündigen Bridge Climb, bei dem man mit den gleichen Sicherheitsgurten gesichert wird, die auch die Arbeiter tragen, die die Brücke in Stand halten. Einer dieser Brückenarbeiter war übrigens einst Paul Hogan, der später dann als Crocodile Dundee berühmt geworden ist. Die Sydneysider haben eine ganz spezielle Beziehung zu “ihrer Brücke“ und das Klischee aus dem Reiseführer stimmt wirklich, wie mir sämtliche meiner australischen Bekannten bestätigen: Einer der jenseits der Brücke wohnt, würde niemals auf die andere Hafenseite ziehen und andersrum!

Direkt hinter der Harbour Bridge und den historischen Gebäuden der Rocks türmen sich die eindrucksvollen Glas- und Stahlfassaden der Skyline – um schließlich auf der gegenüberliegenden Seite (der Seite der Oper) von den riesigen Grünflächen des Botanischen Gartens abgelöst zu werden. Hier steht nicht nur – fast unauffällig und sicher eingezäunt – ein Exemplar der botanischen Sensation des 20. Jahrhunderts: die für ausgestorben gehaltene Wollemi Pine, der Dinosaurier unten den Pflanzen, die man 1994 in einem Nationalpark in der Nähe Sydneys wiederentdeckt hatte. Hier tummelt sich auch ein reges Wildlife aus Papageien, Kakadus, riesenhaften Flughunden und Possums – die vor allem in der Dämmerung zum Leben erwachen.

Auf der berühmten Macquarie Street, die wie so vieles andere (Australier haben eine Vorliebe dafür, Namen mehrmals zu vergeben) nach dem ersten Gouverneur der Stadt Lachlan Macquarie benannt wurde, gelange ich zum Parlament, zu den Hyde Park Barracks (heute ein Museum für Sozialgeschichte) und in der Verlängerung der Straße zur St. Marys Cathedrale und dem Australian Museum. Wer dann noch Puste besitzt, kann eines der hervorragenden Museen besuchen oder in den geschäftigen Einkaufsstraßen George, Oxford oder Pitt Street bummeln gehen. Oder aber auch im nahen Hyde Park verschnaufen...

Ich entscheide mich für einen Stopp auf eine Latte und einen der berühmten Cookies im Queen Victoria Building, einer edlen Einkaufspassage direkt neben dem Rathaus und der St. Andrews Kathedrale.
Östlicher Flair aber auch schon die ersten suspekten Gassen rund um den Hauptbahnhof erwarten mich schließlich in Chinatown. Hier gibt es raffiniert zubereitetes Seafood, das berühmte Yam Cha (ein chinesischer Brunch) und auch vieles, worüber die europäische Kultur oft entsetzt den Kopf schüttelt, wie zu Pulver zerstampfte Seepferdchen oder Haifischflossen...

Wer letztere also lieber lebend sieht, der sollte einen Abstecher zum Darling Harbour machen und das Aquarium besuchen, das zusammen mit Museen, Veranstaltungszentren, dem chinesischen Garten der Freundschaft und unzähligen Restaurants und Cafes das einst recht schmuddelige Hafenviertel hat aufblühen lassen.

Im Aquarium angekommen, bestaune ich furchteinflößende Haie, verspielte Seehunde und das australische Schnabeltier, eines der beiden eierlegenden Säugetiere der Erde (das andere ist der australische Schnabeligel). Die gut abgestimmte, leise Musik, die hier im Aquarium die Nachbildung des Great Barrier Reefs umgibt, löst auch in mir eine relaxte Stimmung aus und als mich ein anderer Besucher bittet, ein Foto von ihm zu schiessen, sage auch ich lachend: „No worries.“

Mit freundlicher Genehmigung der InfobahnAustralia und Barbara Barkhausen